ROLAND DÜRINGER

ROLAND DÜRINGER

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WIR – EIN UMSTAND

Am 23. Oktober 2012 startet der Vortragende mit dem 2. Teil seiner Vortragstrilogie und wird mit dem „WIR – Ein Umstand“ betitelten Programm zwei Jahre lang das Land bereisen, um den Zuhörenden mit seinen Erkenntnissen zu Diensten sein. Im 1. Teil „ICH Einleben“ (startete im Herbst 2010) setzte sich der Vortragende mit dem Leben im Allgemeinen auseinander. Jenes Leben, das wir fälschlicherweise häufig mit unserer Geschichte verwechseln. Dieser oft tragischen Lebensgeschichte fällt dann das Leben an sich zum Opfer und aus unsere Geschichte, unserem Namen, unseren Erfolgen und unseren Niederlagen formt sich das ICH. Damit wechseln wir vom „Leben sein“ in den „Leben haben“-Modus, und das Leben hat dem ICH zu dienen, bis es oft qualvoll endet. Zur Veranschaulichung dieses Paradoxons haben sich Vortragender und Zuhörende dabei den bedeutenden Dingen des Lebens (nicht der Lebensgeschichte) zugewandt:

Die Geburt, das Heranwachsen, die Fortpflanzung, die Nahrungsaufnahme, die Krankheit und der Tod waren die Themen des Vortrags. Themen, mit denen sich bereits der Neandertaler und wahrscheinlich alles Leben, das leben will inmitten von Leben, das leben will, auseinander zu setzen hatte. Das klingt jetzt alles sehr ernst, vielleicht sogar seltsam, war für die Zuhörenden allerdings zwei Jahre lang äußerst amüsant und im besten Falle auch hilfreich. Obwohl die schlussendliche Erkenntnis, dass WIR offenbar einen festen Klescher haben, keine wirklich schöne ist und Ohnmacht verbreitet …

… aber nur dann, wenn man davon ausgeht, dass viele gestörte ICH’s den kollektiven WIR-Wahnsinn ergeben. Das mag zwar mathematisch und grammatikalisch stimmen ist aber falsch: Erst das WIR und die von ihm kreierte WIRklichkeit gebären das gestörte ICH in unserem Selbst. Das wird der Vortragende im 2. Teil seiner Vortragsserie zu beweisen versuchen, in dem er sich diesmal mit für das Leben (nicht die Lebensgeschichte) unbedeutenden Dingen beschäftigt. All jenen Dingen, die nur deshalb eine Bedeutung genießen, weil WIR sie ihnen geben, ohne sie zu hinterfragen:

Sprache, Arbeit, WIRtschaft, Politik, Staat und natürlich Geld – allesamt Symptome unserer WIRklichkeit – stehen diesmal zur Debatte. War im 1. Teil der Trilogie der Unterschied zwischen „Leben“ und „Lebensgeschichte“ das Thema, so sind es diesmal die „WIRklichkeit“ und die „Welt, wie sie ist“, die aufeinander prallen. Möglicherweise wird der Vortragende damit fallweise gegen eine Wand des Misstrauens seitens der Zuhörenden stossen. Wenn es gelingt, diese Wand zu durchbrechen, werden auch die Zuhörenden die Welt so sehen, wie sie ist und auf die Illusion der WIRklichkeit zukünftig ganz große Haufen scheißen. Denn die „Welt, wie sie ist“ ist kein Mirakel: Es ist das, was wir spüren, fühlen, mit unseren Sinnen wahrnehmen, mit dem Herzen schauen, es sind unsere Empfindungen und unsere Emotionen. Es ist das, was in uns lebt und pulsiert. All das Leben, das von unserer selbsterschaffenen WIRklichkeit gefangen gehalten wird. Stellen Sie sich nur, während Sie diese Zeilen lesen und dabei im besten Falle über das von mir zu Ihnen Gesagte nachdenken, eine einfache Frage und versuchen Sie, diese ehrlich aus dem Herzen zu beantworten:

Würden Sie die Arbeit, die Sie nahezu täglich verrichten, auch dann tun , wenn Sie kein Geld dafür bekämen? … Sie vielleicht sogar dafür bezahlen müssten, Ihre Arbeit tun zu können? … NEIN? … Warum tun Sie es dann? Die wenigsten von uns lieben ihren Arbeitsplatz, was WIR wollen ist ein Einkommensplatz … und trotzdem zittern WIR davor, eines Tages unseren Arbeitsplatz zu verlieren. Obwohl WIR ihn gar nicht so lieben. Das ist Teil unserer WIRklichkeit.

Mi, 11. September 2013 | Festhalle Pöggstall
Einlass: 19.00 Uhr | Beginn: 20.00 Uhr